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Historie

Entwicklung

1976 wurden der Chirurg Dr. James Styner und seine Familie bei einem Absturz seines Kleinflugzeuges in Nebraska (USA) schwer verletzt. Seine Frau starb noch an der Unfallstelle. Die Erstversorgung, die er und seine Familie in der erstversorgenden Klinik erhielten war aus seiner Sicht vollkommen inadäquat. Aufgrund seiner Initiative wurden zunächst in Nebraska grosse Anstrengungen unternommen, die Traumaversorgung in den aufnehmenden Kliniken zu verbessern. Nach 2 Jahren intensiver Entwicklungs- und Forschungsarbeit entwickelte Paul E. Collicott das Advanced Trauma Life Support (ATLS®) Kursformat als erstes systematisches Trainingsprogramm für ein frühes klinisches Traumamanagement. Bereits 1980 übernahm das American College of Surgeons (ACS) das Kurskonzept und entwickelte es weiter. Durch sein Programm Committee on Trauma (COT) wurde es in den USA landesweit und anschliessend international etabliert. In vielen Ländern ist der Kurs inzwischen integraler Bestandteil der Weiterbildung der an der Traumaversorgung beteiligten Fachrichtungen. Der Kurs ist Teil des „Continous Medical Education (CME)“ Programms und ATLS® ein registrierter und geschützter Begriff.

25 Jahre nach Einführung ist dieser Kurs weltweit ein Eckpfeiler der modernen Unfallversorgung. Inzwischen wurden mehr als 350.000 Ärzte in 21.000 Kursen in 39 Ländern nach diesem Konzept ausgebildet. Das Konzept wird regelmässig unter internationaler Beteiligung überprüft und weiterentwickelt. Inzwischen belegen auch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen den Ausbildungswert dieses Kurses und seine positiven Auswirkungen auf das Traumamanagement von Kursteilnehmern in ihren Kliniken.

Konzept

ATLS® ist ein Ausbildungskonzept, das ein standardisiertes, prioritätenorientiertes Schockraummanagement von Traumapatienten lehrt. Ziele sind die schnelle und genaue Einschätzung des Zustandes des Traumapatienten (assessment), die prioritätenorientierte Behandlung (treat first what kills first) und die Entscheidung, ob die eigenen Ressourcen zur Behandlung ausreichen bzw. ein Transfer des Patienten notwendig ist (consider transfer). Über allem steht der Gedanke Sekundärschäden zu vermeiden (do no further harm), die Zeit nicht aus den Augen zu verlieren und eine gleichbleibende Qualität der Versorgung zu sichern. Der Kurs vermittelt hierzu systematisches Wissen, Techniken, Fertigkeiten und Verhalten in Diagnostik und Therapie. Die Kurse stehen unter chirurgischer Leitung, richten sich jedoch an alle Fachrichtungen, die an der Traumaversorgung im Schockraum beteiligt sind. ATLS® wird daher auch die gemeinsame Sprache der Traumaversorgung (the common language of trauma) genannt.